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Willkommen am Wasserschloss in Oppenweiler
Wer den Schwäbischen Wald schon einmal erkundet hat, dem wird es aufgefallen sein: Hier gibt es erstaunlich viele Burgen. Die meisten stammen aus dem Mittelalter – und gemütlich waren sie nicht. Besonders lästig: Der Heimweg führte fast immer steil bergauf.
Eine Ausnahme bildete die Vorgängerin des heutigen Wasserschlosses in Oppenweiler. Sie war eine der wenigen Wasserburgen der Region. Wie genau sie aussah, ist nicht belegt – nur, dass an ihrer Stelle später das heutige Schloss entstand.
1782 entschieden die Herren von Sturmfeder, die Burg durch ein zeitgemäßes, komfortableres Gebäude zu ersetzen. Überraschend: Trotz seiner Größe war das neue Schloss als Landhaus gedacht – ein Rückzugsort fern vom Trubel der Stadt.
Den Entwurf lieferte Johann Andreas Traitteur. Er schenkte dem Schloss seine markante Form eines gestreckten Achtecks und machte es damit zu einem architektonischen Glanzstück des 18. Jahrhunderts. Praktisch gedacht hat er jedoch weniger: Seine Pavillon-Dachlaterne sah zwar eindrucksvoll aus, doch die fünf Schornsteine zogen nicht. Ein Kamin musste sofort weichen, die übrigen wurden 1908 durchs Türmchen-Dach geleitet – zwei davon sind heute noch erhalten.
Auch die Schlosskapelle war etwas Besonderes. Die katholischen Sturmfeder benötigten im protestantischen Oppenweiler eine eigene Andachtsstätte, die auch von den wenigen katholischen Dorfbewohnern genutzt wurde. Nach dem Bau der katholischen Kirche 1847 wurde die Kapelle verkleinert; der freigewordene Raum diente nüchternen Zwecken – etwa als Bügelzimmer. Heute jedoch hat sie ihre Würde zurück: Seit das Schloss als Rathaus dient, ist die ehemalige Kapelle der Sitzungssaal.



