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NOW-Versorgungskonzeption stellt die Trinkwasserversorgung auf ein zukunftsfestes Fundament

Autor: Simone Wahlenmaier
Artikel vom 02.09.2022

Die öffentlichen Wasserversorger stehen aktuell vor vielen Herausforderungen. Dazu gehören vor allem der Klimawandel, die teilweise zunehmende Belastung des Grundwassers und der Fachkräftemangel. Diese Herausforderungen können am besten gemeinschaftlich angepackt werden, weshalb der Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW) bereits mehrere große interkommunale Versorgungskonzeptionen zur gemeinsamen Trinkwasseraufbereitung geplant und realisiert hat.

Als kommunaler Zweckverband ist die NOW seit ihrer Gründung im Jahr 1953 in öffentlicher Hand. Mit einer Jahresabgabe von rund 29 Mio. Kubikmeter ist sie der drittgrößte Fernwasserversorger in Baden-Württemberg. Der NOW gehören derzeit 49 Städte und Gemeinden, 16 Zweckverbände, fünf Stadtwerke und die vier Landkreise Schwäbisch Hall, Rems-Murr-Kreis, Hohenlohekreis und Main-Tauber-Kreis an. Das Versorgungsgebiet erstreckt sich auch in den Landkreis Heilbronn und den Ostalbkreis. Insgesamt werden ca. 600.000 Einwohner in rund 100 Städten und Gemeinden von der NOW mittelbar mit frischem Trinkwasser versorgt.

Der Kerngedanke einer NOW-Versorgungskonzeption ist, dass in einem neuen, großen, automatisierten Wasserwerk, das mit modernster Technik ausgestattet ist, Trinkwasser besser und wirtschaftlicher aufbereitet werden kann, als in den vielen kleineren und anfälligeren Anlagen der einzelnen Kommunen.

2015 haben die Gemeinden Allmersbach im Tal, Aspach, Burgstetten, Leutenbach und Oppenweiler sowie die Stadtwerke Backnang entschieden, zusammen mit ihrem Fernwasserversorger NOW die Versorgungskonzeption für den nördlichen Rems-Murr-Kreis umzusetzen. Die Planung, Bauleitung und Steuerung des Gemeinschaftsprojekts erfolgt durch die NOW. Voraussichtlich 41 Mio. Euro werden im Rahmen des Projekts in die Wasserversorgung vor Ort investiert. Langfristig gesehen trägt die NOW rund 22 Mio. Euro, das Land Baden-Württemberg rund 16 Mio. Euro und die Partnergemeinden rund drei Millionen Euro.

Wasserwerk Murrtal produziert zuverlässig Trinkwasser

Das Herzstück dieser Versorgungskonzeption ist das neue Wasserwerk Murrtal. Die Inbetriebnahme erfolgte im August 2020 nach drei Jahren Bauzeit. In dem Wasserwerk südlich von Erbstetten (Burgstetten) wird Rohwasser mit modernster Technik in mehreren Schritten zentral aufbereitet und (teil-)enthärtet:

  • Aufbereitungsschritt 1: Entfernung von Partikel und Krankheitserregern per Ultrafiltrationsanlage.
     
  • Aufbereitungsschritt 2: Entfernung von Spurenstoffen (z.B. Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Medikamenten) per Aktivkohle-Adsoption.
     
  • Aufbereitungsschritt 3: Reduzierung der Wasserhärte per Ionenaustauscher-Anlage (CARIX-Verfahren) von ca. 25 Grad deutscher Härte (dH) auf ca. 13 Grad deutsche Härte (dH).
     
  • Aufbereitungsschritt 4: Desinfektion per UV-Anlage. Auf die Dosierung von Chlor im Wasserwerk kann daher verzichtet werden.


Neue Wasserleitungen im nördlichen Rems-Murr-Kreis

Rund 60 Brunnen und Quellen werden das Wasserwerk Murrtal zukünftig mit Rohwasser versorgen. Damit das Rohwasser aus den bis zu 10 Kilometern entfernt gelegenen Wasserfassungen der Konzeptionspartner zum Wasserwerk gefördert und das dort gewonnene Trinkwasser wieder verteilt werden kann, werden seit 2018 die notwendigen Wasserleitungen vom Wasserwerk aus zu den verschiedenen Konzeptionspartnern verlegt. Von den insgesamt 51 Kilometern Leitungsbau sind derzeit zweidrittel fertiggestellt, wodurch dem Wasserwerk Murrtal momentan die Hälfte des vorhandenen Rohwassers zur Verfügung steht.

Leitungsbauabschnitt 5 (Oppenweiler/Backnang)

Die neun Wasserfassungen der Stadtwerke Backnang GmbH (Quellgebiet Ittenberg) und die 19 Wasserfassungen von Oppenweiler (Quellgebiete Schiffrain, Staigacker und Oppenweiler) liefern mit ca. 20 l/s rund ein Viertel des Rohwassers für das zentrale Wasserwerk Murrtal.

Auf einer 0,7 km langen Trasse innerhalb von Oppenweiler und entlang der B 14 wird im Zeitraum vom 05.09. bis 28.10.2022 (KW 36 bis 44) eine neue Rohwasserleitung verlegt. Startpunkt der Baumaßnahme ist der bestehende Anschlussschacht in der Bühlfeldstraße. Die Verlegung erfolgt durch die Baufirma Georg Eichele.

Zur Anbindung der Wasserfassungen werden im Bereich Oppenweiler/Backnang in den noch anstehenden Bauabschnitten 5.1.2 und 5.2 knapp vier Kilometer neue Rohwasserleitungen verlegt. Parallel werden sieben neue Quellschächte gebaut und mehrere Quellschächte ertüchtigt. Die Bauarbeiten werden ab Frühjahr 2023 bis voraussichtlich Ende 2024 realisiert. Die Investitionen betragen voraussichtlich 4,1 Mio. Euro.

Positive Auswirkungen des Gemeinschaftsprojekts

Durch die langfristig ausgelegte Kooperation der sechs Kommunen und ihrem überregionalen Fernwasserversorger NOW ergeben sich für 70.000 Bürgerinnen und Bürger sowie die örtlichen Unternehmen folgende Vorteile:

  • Einheitlich hohe Wasserqualität und eine Reduzierung der Wasserhärte von ca. 25 °dH auf ca. 13 °dH (Härtebereich mittel). Durch die geringere Wasserhärte hat der Verbraucher weniger Ärger mit Kalkablagerungen und spart Geld (z.B. bei Reinigungsmitteln und Strom).
     
  • Optimale Nutzung der lokalen Brunnen und Quellen. Durch die Vernetzung über das gemeinsame Wasserwerk kann ein Überschuss an Rohwasser einer Kommune nun für die Trinkwasserversorgung der anderen Konzeptionspartner verwendet werden. Dank moderner Wasseraufbereitungstechnik, die alle störenden Stoffe entfernt bzw. ausreichend reduziert, kann das vorhandene Trinkwasser umfänglicher als bisher genutzt werden.
     
  • Höhere Versorgungssicherheit durch den Bau eines modernen Wasserwerks, dem Verlegen neuer Trinkwasserleitungen sowie der Sanierung von Brunnen und Quellen.
     
  • Wesentlichgeringere Investitions- und Betriebskosten im Vergleich zu einer dezentralen Aufbereitung des Rohwassers durch die einzelnen Kommunen.
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